Der amerikanische Kardiologe Dr. Atkins brachte 1972 mit seinem millionenfach verkauften Bestseller „Dr. Atkins Diet Revolution“ eine regelrechte „Low-Carbohydrate“ Diätwelle ins Rollen. Das populäre wie auch extreme Konzept dieser Diät beruht auf einer drastischen Reduktion von Kohlenhydratträgern wie Getreide und Obst, und nutzt im Gegenzug fett- und eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier als Hauptenergieträger.
Als Teil eines gesamten Lebensstils soll diese kohlenhydratarme Ernährungsweise den Fettabbau ankurbeln und einer schnellen und anhaltenden Gewichtsabnahme ohne Hungergefühl, einer guten Gesundheit und der Prävention von Erkrankungen dienen.
Prinzip der Atkins-Diät
Die kohlenhydratarme Kost soll den Blutzuckerspiegel konstant niedrig halten. Vitamine und Mineralstoffe sollen durch Zusatzpräparate aufgenommen werden. Wesentlich ist, dass der Körper Eiweiß im Gegensatz zu Kohlenhydraten nicht speichern kann, so dass überschüssiges Eiweiß ausgeschieden wird.
Phasen der Atkins-Diät
Bei der Atkins-Diät gibt es vier verschiedene Phasen, die sich durch unterschiedliche Zufuhrmengen von Kohlenhydraten unterscheiden.
Phase 1 (Einleitungsdiät)
- max. 20g Kohlenhydrate (z.B.: 1 mittelgroßer Apfel) täglich, insgesamt 14 Tage
- es wird empfohlen die Atkins-Diät mit einem Arzt abzusprechen, um die Änderung der Blutwerte zu überprüfen
Phase 2 (Grundlegende Phase)
- Erhöhung der Kohlenhydratmenge um 5g wöchentlich
- Folgende Kohlenhydrate sollten in die Ernährung eingebaut werden: Gemüse, Nüsse, Samen, Beeren und Hülsenfrüchte
- Sobald man nicht mehr abnimmt soll die Kohlenhydratmenge wieder um 5g reduziert werden
Phase 3 (Vor-Erhaltungsdiät)
- Nun soll das Gewicht nahezu konstant gehalten werden
- Erhöhung der Kohlenhydratmenge um 10g wöchentlich
- Solange man abnimmt, kann Kohlenhydratzufuhr erhöht werden
Phase 4 (Lebenslange Erhaltungsdiät)
- Zielgewicht ist erreicht, die Auswahl an „erlaubten“ Lebensmitteln steigt
Internationale Stellungnahmen und Studien
- Journal of American Medical Association (2003): Es gibt keinen Hinweis auf die Wirksamkeit von Niedrigkohlenhydratdiäten, wie z.B. der Atkins Diät
- Journal of American Medical Association (2007): Bei einer Vergleichsstudie mit 4 Diäten verloren die Probanden der Atkins-Gruppe in 12 Monaten das meiste Gewicht. Es wurden außerdem keine negativen Auswirkungen auf Cholesterin- und Insulinwerte festgestellt.
- Neue Untersuchungen zeigen, dass die Atkins-Diät insofern tatsächlich funktioniert, da die Probanden von sich aus die Nahrungsmittelaufnahme reduzieren und dadurch weniger Kalorien zu sich nehmen. Eiweißreiche Ernährung führt demnach zu einem früher einsetzenden Sättigungsgefühl.
Kritik
- Ernährungswissenschaft geht davon aus, dass „Low-Carb-Diäten“ zu verschiedenen Gesundheitsstörungen und –Schäden führen können.
- Eine begrenzte Aufnahme von Vollkornbrot und Getreide, Früchte und Gemüse stellt keine ausgewogene Ernährung dar, Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
- Personen, die sich der Atkins-Diät unterzogen haben, hatten deutlich häufiger Muskelkrämpfe, Durchfälle, generelle Schwächeanfälle und Hautausschläge
Fazit: Bei der kurzfristigen Gewichtsreduktion kann die Atkins-Diät positive Ergebnisse liefern. Durch die strikte Kohlenhydratreduktion stellt die Atkins-Diät aber eine extreme Ernährungsweise dar. Aufgrund der unausgewogenen Ernährung kann diese Diät nicht empfohlen werden.

