In Deutschland wurde die Trennkost vom Arzt Ludwig Walb propagiert.
Theorie
1907 entwickelte der amerikanische Arzt William Howard Hay die Trennkost. Er sah die Ursache aller Zivilisationskrankheiten in einer Übersäuerung des Körpers, hervorgerufen durch den gemeinsamen Konsum von Kohlenhydraten und Eiweißen. Laut Hay, könne der Organismus nicht beide Nährstoffe gleichzeitig verdauen, deshalb müssten auch Lebensmittel wie Hülsenfrüchte (hoher Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt) gemieden werden. Bei Trennung der beiden Makronährstoffe (Eiweiß und Kohlenhydrate) können die jeweiligen Enzyme ihre Funktion optimal ausführen.
Die Zusammensetzung der Nahrung sieht folgendermaßen aus:
- 80% Basenbildner: Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Mandeln
- 20% Säurebildner: Fleisch, Zucker, Weißmehl, Fisch, Milch- und Milchprodukte
neutrale Lebensmittel wie Butter und kaltgepresste Öle können mit beiden Gruppen kombiniert werden. Zwischen den Mahlzeiten soll eine Pause von 3-4 Stunden eingehalten werden.
Ernährungsplan laut Hay
- Kohlenhydrate nur morgens und abends
- Eiweiß mittags
Der Speiseplan erfolgt anhand bestimmter Tabellen, ist relativ fettarm vegetarisch orientiert.
Kritik
Laut Hay müssen kohlenhydrathaltige und eiweißhaltige Lebensmittel getrennt voneinander eingenommen werden.
Lebensmittel | Eiweißgehalt (g/100g) | Kohlenhydratgehalt (g/100g) |
| Nudeln | 10,9 | 79,1 |
| Brot | 8,1 | 63,5 |
| Reis | 6,7 | 80,4 |
| Kartoffeln | 2,1 | 17,9 |
Eiweiße und Kohlenhydrate können in den von Hay empfohlenen Lebensmitteln nicht getrennt werden. Anscheinend ist ein „Widerspruch“ die Basis dieser Ernährungsform. Die Kohlenhydratgruppe enthält bei näherer Betrachtung auch Eiweiße (Tabelle 1).
Nebenwirkungen:
- Mangel an Kalzium, Eisen
- Mangel an Proteinen
- Mangel an Vitaminen der B-Gruppe
Fazit: Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Theorie der Hayschen Trennkost nicht haltbar. Vor allem die Unterversorgung von Vitaminen und Mineralstoffen muss kritisch betrachtet werden. Trotzdem kann dieses Ernährungsmodell (wie auch andere) bei einigen Personen durchaus positive Auswirkungen mit sich bringen.

